Sobald das Baby geboren ist, benötigt es den ersten liebevollen Hautkontakt. Schneiden Sie die Nabelschnur erst durch, wenn sie zu pulsieren aufhört hat. Auch der Vater hat nun die Gelegenheit sein Kind kennenzulernen. Die überaus zarte Fontanelle des Neugeborenen sollte sanft mit einem in Kseerabala-Öl getränkten Wattebausch eingerieben werden. Dies kann auch bei der täglichen Massage wiederholt werden bis die Fontanelle sich geschlossen hat. Wenn der Säugling gesäubert, gewickelt und gestillt zufrieden im Bettchen liegt, bedarf die Mutter sehr viel Aufmerksamkeit und Fürsorge, denn sie hat Bedeutsames geleistet.

Pflege für die Mutter

Durch die Geburt entsteht in der Gebärmutter ein leerer Raum, der sich umgehend mit Vata Dosha füllt. Eine erste Massnahme sollte deshalb das sanfte Einreiben des Bauches mit warmem Dhanvantaram- oder Vata Massageöl sein, gefolgt vom Umwickeln des Bauches mit warmen Tüchern. Es bewirkt, dass die Organe wieder an ihre Stelle rücken, die Gebärmutter ihre normale Grösse annimmt und das Gleichgewicht der Doshas hergestellt wird. Wenn man dem Vata-Überschuss nicht entgegenwirkt, kann die Mutter sich erschöpft und emotional schwach fühlen. Der Bauchwickel kann den ganzen Tag über getragen und sollte mindestens 40 Tage lang beibehalten werden.

Die Ganzkörper-Massage während der ersten Wochen nach der Geburt mit warmem Dhanvantaram Öl ist überaus wichtig und sollte von einer der Mutter nahestehenden Person täglich durchgeführt werden. Die Massagen helfen dabei, die Dhatus aufzubauen, Stoffwechsel und Verdauungskraft zu stärken.

Kurze, warme Bäder, leichte Yogaübungen und Meditation verhelfen zu Ausgeglichenheit und Ruhe.

Beginnen Sie wenige Tage nach der Geburt mit gezielten Beckenboden- und Bauchmuskelübungen, um das Bindegewebe zu straffen.

Ernährung nach der Geburt

Agni, das Verdauungsfeuer, ist nach der Geburt sehr schwach und die Ernährung muss diesem Umstand angepasst werden.

Ideal sind in den ersten beiden Wochen Gemüsesuppen und Kitchari, das aus 1/3 Mung Dal und 2/3 Reis zubereitet wird.

Essen Sie täglich etwas frischen Dill, denn er regt die Milchbildung an und löst Blähungen, viel Gemüse wie Artischocken, Spinat, Krautstiel, dazu Reis, Hirse, Dinkel, Kamut, Amaranth und Quinoa.

Jede Mahlzeit sollte eine gute Portion Ghee enthalten.

Trinken Sie genügend, damit die Milchproduktion angeregt wird. Der PUKKA Stilltee mit Fenchel, Anis, Shatavari, Kurkuma und Lemongrass unterstützt die Milchbildung und Frauenmanteltee fördert die hormonelle Umstellung.

Die ersten 6 Wochen nach der Geburt

Stillen Sie Ihr Kind, wann immer es danach verlangt, bis sich allmählich ein bestimmter Rhythmus einstellt.

Nehmen Sie sich viel Zeit für Ihren Säugling und gönnen Sie sich die Ruhe, die Sie brauchen. Lassen Sie sich so viel Hausarbeit abnehmen wie möglich und die älteren Kinder von den Grosseltern versorgen.

Die ersten sechs Wochen sollte das Neugeborene nicht zu vielen Sinnesreizen wie Besuchern, lauter Musik, Autolärm, intensiver Sonne oder rauem Wind ausgesetzt sein. Das zarte Nervensystem sollte in der Stille wachsen und gedeihen können.

Bedecken Sie das empfindliche Köpfchen stets mit einem Seiden- oder Wollmützchen und schützen Sie den Körper mit Kleidung aus Naturstoffen.

Die tägliche Massage mit biologischem, wohltemperiertem Kräuteröl stärkt das Immunsystem und den Kreislauf des Kindes, pflegt und schützt die zarte Haut. Die sanften Streichbewegungen verhindern die Ansammlung von körpereigenen Toxinen.

Der Ayurveda empfiehlt für die Babymassage leicht erwärmtes Lakshadi- oder Ksheerabala Öl. Wichtig ist, dass der Raum warm genug ist, sodass das Kind sich während der Massage ganz entspannen kann. Das Baby Abhyanga ist auch für den Vater eine gute Möglichkeit, dem Kind nah zu sein und ihm seine Zuneigung und Fürsorge zuteil werden zu lassen.

Neben der Hebamme kümmern sich auch die Familienmitglieder liebevoll um die Rekonvaleszenz der Mutter. Die Nachsorge wird bei uns leider oft nicht sehr ernst genommen, obwohl sie von grösster Wichtigkeit ist.

Geniessen Sie die Zeit mit Ihrem Kind, die laut vielen Eltern viel zu schnell vorbeigeht.

(Quelle: Das grosse Ayurveda-Buch für Mutter und Kind von Dr. Karin Pirc)